Hotchkiss, St. Denis, 1903-1970, Enzyklopädie
1903-1956 Société Anonyme des Anciens Etablissements Hotchkiss et Cie, St. Denis (Paris), Frankreich
1956-1966 Hotchkiss-Brandt, St. Denis (Paris), Frankreich
1966-1970 Thomson-Houston-Hotchkiss-Brandt, St. Denis (Paris), Frankreich
Hotchkiss ist eine von mehreren ehemaligen französischen Luxus Automobilmarken die es Heute so nicht mehr gibt, aber zurück zum Anfang. Der Amerikaner Benjamin Berkeley Hotchkiss gründete 1875 in St. Denis, die „Société Anonyme des Anciens Etablissements Hotchkiss et Cie“. Die ersten Produkte waren Maschinengewehre und Maschinenkanonen für das französische Militär. Das Geschäft florierte sehr gut und 1885 verstarb Benjamin Hotchkiss, als wohlhabender und hochverdienter Herrscher über ein Rüstungsimperium. Seine Nachfolger wagten sich um die Jahrhundertwende an die Produktion von Automobilanbauteile und so war der Schritt zur eigenen Automobilproduktion nicht mehr weit. Hotchkiss reihte sich an bekannte andere Rüstungshersteller wie Ansaldo, FN, Steyr, Skoda, Fiat, Martini oder Simson ein, welche den gleichen oder umgekehrten Weg gingen. Schon die ersten Wagen von 1903 zeigten wohin Hotchkiss gehen will, in das teure Luxussegement. Ganz an die Klasse von Delage, Delahaye, Hispano-Suiza oder Voisin kamen sie nie ran, aber sie waren sehr nahe dran. Der erste Weltkrieg konnte durch das Rüstungsgeschäft gut gemeistert werden und so war auch genug Kapital vorhanden um gleich nach Kriegsende mit neuen Modellen zu brillieren. Die Weltwirtschaftskrise war jedoch nur schwer zu überstehen und als es in den 30er-Jahren wieder Richtung Krieg ging sah man Licht am Horizont. 1935 verleibte sich Hotchkiss Amilcar und versuchte Amilcar wieder in die schwarzen Zahlen zu hiefen, was aber durch den Kriegsanfang nicht gelang. Hotchkiss wurde wie alle Rüstungsbetriebe in Frankreich zu Kriegsbeginn verstaatlicht und die Personenwagenproduktion eingestellt. Nach dem Krieg wurde Hotchkiss reprivatisiert und die PW-Produktion lief erstaunlich schnell wieder an. Die hohe Automobilsteuer Frankreichs auf Luxusfahrzeuge jedoch, zerstörte für Hotchkiss den Heimatmarkt. Eine Massnahme dagegen anzutreten war mit dem Hotchkiss-Gregoire ins günstigere und kleinere Segment der Komapktwagen einzusteigen, was jedoch nicht richtig gelang. So bäumte sich Hotchkiss 1954 noch ein letztes mal auf und kaufte Delahaye, welche zuvor Delage und Brasier einverleibte. So besass Hotchkiss nun alle noch existierenden, ehrwürdigen französischen Automobilluxusmarken (abgesehen von der neu gegründeten Facel-Vega). Ende 1954 stellte Hotchkiss die Personenwagenproduktion ein (inklusive Delahaye/Delage) und fusionierte 1956 mit Brandt zu Hotchkiss-Brandt. Die Fahrzeugproduktion konzentrierte sich nur noch auf den Bau des Militärjeeps und den LKW-Bau. 1966 fusionierte Hotchkiss-Brandt mit Thomson-Houston zur „Thomson-Houston-Hotchkiss-Brandt“. Der Name Hotchkiss verschwand 1970 mit der Aufgabe der LKW-Produktion und der Umbenennung der Firma in „Thomson-Brandt“. 1982 wurde Thomson-Brandt verstaatlicht und der Name Brandt verschwand. 1996 wurde Thomson als „Thomson-CSF“ reprivatisiert und 2000 (1998 Fusion mit Alcatel und Dessault) in Thales umbenannt und wieder teilverstaatlicht.








