Turicum, Uster, 1904-1914, Enzyklopädie
1904-1905 Martin Fischer, Zürich, Schweiz
1905-1907 Turicum Automobil Aktiengesellschaft, Zürich, Schweiz
1907-1914 Turicum Automobil Aktiengesellschaft, Uster, Schweiz
Im August 1904 erprobte Martin Fischer einen, heute würde man ihn Kart nennen, Kleinstwagen mit Fusssteuerung in Zürich. Martin Fischer liess seine Fusssteuerung patentieren welche sich jedoch nirgends durchsetzen konnte. Sein Zweiter, mit Paul Vorbrodt, entwickelter Kleinwagen stiess ebenfalls auf kein Interesse. Ein weiterer Kleinwagen brachte jedoch den Durchbruch. Das damals modern gestaltete, Typ A genannte Fahrzeug, kam 1905 beim Publikum auf den Autosalons in Paris und Berlin sehr gut an. Die nun „Turicum Automobil Aktiengesellschaft“ benannte Firma stiess rasch an ihre Kapazitätsgrenzen in Zürich und so bezog man 1907 neue Räumlichkeiten in Niederuster. Bis 1907 baute Turicum Einzylinder-Motoren ein und wechselte danach auf Vierzylinder-Motoren. 1908 konnte mit den neuen Modellen Typ B und Typ D Zwei neue Modelle präsentiert werden und gleichzeitig in Paris eine Zweigniederlassung eröffnet werden. 1909 verliess Martin Fischer Turicum um Fahrzeuge unter eigenem Namen zu konstruieren und vermarkten. Turicum konnte sich weiter gut am Markt halten, so sollen bis zum Ersten Weltkrieg rund 1’000 Fahrzeuge entstanden sein. Doch mussten 1914 die Tore für immer schliessen. Heute sind noch rund 10 Fahrzeuge bekannt welche überlebt haben. Es soll auch Lizenzbauten im Ausland gegeben haben, wirklich viel ist jedoch nicht bekannt darüber. Ein überlebendes Fahrzeug welches in der Sammlung des Schloss Grandson war, soll so ein Lizenzbau sein. Wo dieses Fahrzeug geblieben ist, ist mir nicht bekannt. Im Schloss Grandson ist es nicht mehr. Die „Fondation Pierre Gianadda“ besitzt 2 Turicum, das „Verkehrshaus Luzern“ und das „Fahrzeug Museum Bäretswil“ je einen.

