Aston Martin, Gaydon, 1915-Heute, Enzyklopädie

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1913-1915 Bramford & Martin Ltd., Cellow Street, London, Grossbritannien
1915-1920 Bramford & Martin Ltd., Henniker Place, West Kensington, Grossbritannien
1920-1926 Bramford & Martin Ltd., Abingdon Road, West Kensington, Grossbritannien
1926-1947 Aston Martin Motors Ltd. Victoria Road, Feltham, Middlesex, Grossbritannien
1947-1975 Aston Martin Lagonda Ltd., Newport Pagnell, Grossbritannien
1975-1991 Aston Martin Lagonda (1975) Ltd. Newport Pagnell, Grossbritannien
1991-2007 Aston Martin Lagonda Ltd. Newport Pagnell, Grossbritannien
2007-Heute Aston Martin Lagonda Ltd. Gaydon, Grossbritannien

Aston Martin ist einer der traditionsreichsten Sportwagen Hersteller der Welt. Er erlebte sehr viele Tiefs und Hochs, überlebte aber alle Wirren. Der Ursprung geht auf 1913 zurück als Robert Bramford und Lionel Martin die Firma „Bramford & Martin Ltd.“ gründeten. Sie betrieben einen Handel mit Singer Fahrzeugen welche Martin auch tunte und damit Rennen bestritt. 1914 gewann Martin das Aston-Hill-Climbing und nach diesem Sieg nannten alle das Fahrzeug nur noch Aston-Martin. Von da an wollte Martin eigene Automobile bauen. Das erste eigene Auto entstand 1915 und es sollen weitere 5 Jahre vergehen bis das Zweite Fahrzeug gebaut war. Im gleichen Jahr verliess Bramford die Firma, da er mit dem Vorhaben von Lionel Martin nichts anfangen konnte. Die Aufgaben von Robert Bramford übernahm der Graf Louis Vorow Zborowski, ein amerikanischer Millionärssohn. Er brachte auch neues Kapital mit in die Firma. Der Graf betätigte sich zudem als Rennfahrer und brachte Aston-Martin einige Erfolge, bis er 1924 am GP von Italien in Monza tödlich verunglückte. Daraus resultierten grössere finanzielle Probleme was 1925 zum Konkurs führte. Lord Charnwood kaufte die Konkursmasse auf und startete an der Victoria Road in Feltham neu ohne Lionel Martin. Charnwood holte Domenico Augustus Cesare „Gus“ Bertelli und William Somerville Renwick mit ins Boot und nannte die Firma fortan „Aston Martin Motors Ltd“. Seine technische Besetzung war richtig und Aston Martin konnte endlich wieder Rennerfolge aufweisen und neue Modelle wie den International, Le Mans, Mark II oder Ulster lancieren. Doch der Erfolg war nur von kurzer Dauer, 1932 drohte ein erneuter Konkurs. Als Retter tauchte Sir Arthur Sutherland auf. Er navigierte Aston Martin zu zivileren Fahrzeugen und gab schliesslich 1936 den Motorsport auf, dies übernahmen nun Privatfahrer. Mit dieser Entscheidung verliess auch Bertelli das Unternehmen, worauf sein Bruder „Carrosserie E. Bertelli“ auch keine Aston Martin mehr aufbaute. Aston Martin musste, wie alle anderen Automobilhersteller, im Krieg auf Rüstung umstellen. Aston Martin überlebte den Krieg, jedoch hatte man zu wenig Geld in der Kasse, um nach dem Krieg mit neuen Modellen auf den Markt zu kommen. Aston Martin wäre chancenlos gewesen, wenn da nicht plötzlich der Traktorenfabrikant David Brown aufgetaucht wäre und 1947 Aston Martin aufgekauft hätte. Noch im selben Jahr kam die Lagonda Ltd dazu und es entstand die „Aston Martin Lagonda Ltd.“. Ein Glücksfall, denn Lagonda brachte einen von Walter O. Bentley konstruierten Motor mit. David Brown lenkte Aston Martin wieder auf die Erfolgsspur. Die James Bond Fahrzeuge und Rennerfolge wurden legendär und machten Aston Martin weltbekannt. Die DB Modelle wurden zu Design-Legenden, welche die Designer noch heute für neue Modelle inspirieren. Aber wie ein roter Faden zieht es sich durch die Geschichte  Aston Martin’s; Anfangs der 70er Jahre traten Mal wieder finanzielle Probleme auf. David Brown verkaufte schliesslich 1972 Aston Martin für 100 Pfund an die „Company Developments Ltd.“. Dies war eine Investment Firma aus Birmingham welche von der Automobilbranche so gut wie nichts verstand. Der einzige Bezug war ein Autohaus, welches man zuvor aufkaufte und der Aston Martin DB6 des Geschäftsführers. Dieser William Willson wollte Aston Martin bis 1973 wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Von den rund 500 Mitarbeitern kündigte er lediglich 16, Experten hatten mit mehr gerechnet. Das ganze Unterfangen misslang komplett, denn das Modellangebot war einfach völlig überaltert. 1975 erfolgte der nächste Konkurs, aber auch hier kamen Retter in der Not. Alan Curtis, Denis Flather (Autonarr), Peter Sprague (ein amerikanischer Sanierer) und George Minden (amerikanischer Rolls-Royce Händler) kauften die Konkursmasse auf. Ihr oberstes Ziel war den amerikanischen Markt zurück zu erobern. Aston Martin hatte nämlich auf Grund des Abgsverhaltens keine Zulassung mehr für seine Autos in den USA. Mit überarbeiteten Motoren und der neuen Luxuslimousine Lagonda trat man erfolgreich zurück in den amerikanischen Markt. 1981 übernahmen Victor Gauntlett und Tim Hearley Aston Martin und hatten zum Ziel, MG in Aston Martin zu integrieren, was jedoch misslang. Der Absatz von Aston Martin brach erneut zusammen von 200 Stück im Jahr 1978 auf 35 Stück 1981. Tim Hearley stieg 1983 wieder aus und verkaufte seine Anteile an den griechischen, in der USA lebenden, Reedereibesitzer Peter Livanos. Gauntlett führte Aston Martin mit viel Elan und voller Hingabe, musste aber einsehen, dass ein Hersteller, so wie es Aston Martin war, ohne grossen Partner im Rücken nicht überleben wird. Die Fahrzeuge wurden noch immer in kompletter Handarbeit zusammengebaut und waren extrem teuer. Gauntlett knüpfte Kontakt mit Henry Ford II und 1987 stieg Ford bei Aston Martin ein. Mit neuem Kapital entstand der Aston Martin Virage und 1991 übernahm Ford Aston Martin komplett. Der Virage war aber viel zu teuer (250’000 britische Pfund). In den Jahren 1990 und 1991 konnten 170 Wagen abgesetzt werden. 1992 sank der Absatz auf 6 Stück und 1993 auf 0! Da Jaguar ebenfalls zu Ford gehörte, bekam Aston Martin nun Schützenhilfe von Jaguar. Der Jaguar XJ-S diente als Basis für den neuen DB7, welcher ab 1994 endlich wieder verkaufbar war. Aston Martin entwickelte sich prächtig und wurde wieder zum rentablen Automobil Hersteller. Nur kam jetzt Ford selber in finanzielle Nöte und veräusserte Aston Martin 2007 an ein Konsortium um David Richard welcher auch Prodrive besitzt. Aston Martin war nun wieder selbstständig mit einer Minderbeteiligung von Ford (7,8 %). 2013 stieg zusätzlich die deutsche Daimler AG mit 5% bei Aston Martin ein.

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